1914 erbaute die Ortsgruppe Baden der Sektion "Österreichischer Gebirgsverein" des Österr. Alpenvereines unter dem damaligen Obmann Johann Wagenhofer (Obmann der Ortsgruppe Baden 1914 - 1921) auf dem Hausberg der Ortschaft Pfaffstätten, dem Pfaffstättner Kogel als schönstem Aussichtspunkt der näheren Umgebung Badens, im Wienerwald, nahe dem Anninger, eine Aussichtswarte. Diese ist eine Eisenkonstruktion in 3 Etagen mit einer Höhe von 9 Metern und endet oben mit einer Plattform in einer Seehöhe von 550m, von welcher man die östlichen Ausläufer des Wienerwaldes, sowie nahezu das gesamte Wiener Becken bis weit hinein ins Burgenland sieht.
Benannt wurde die Aussichtswarte nach dem Dichter und Schriftsteller Anton Freiher von Klesheim (+ 6.7.1884 in Baden im 68. Lebensjahr). Neben einer Unzahl von Gedichten und Theaterstücken sind uns heute noch die Volkslieder "Mailüfterl" und "Das ist mein Österreich, das ist mein Varerland" bekannt.
Anläßlich der Eröffnung der Warte "unter denkbar schlechtesten Witterngsverhältnissen ... es blitzte und donnerte und der Regen fiel in Strömen auf die Teilnehmer herab" (Anm. Originalbericht von Arch. Reiner) am 12. Juli 1914 um 16.30 Uhr erscheint in der Ausgabe 53 der Badener Zeitung am 4. Juli 1914 folgender Bericht:
Die Eröffnung der Kleheim-Warte auf dem Pfaffstättner Kogel, die ihrer Vollendung entgegengeht, steht in Bälde hervor. Die Montierungsarbeiten der Firma Wagner, Biro und Kurz wurden vergangene Woche fertiggestellt und das Gleiche dürfte diese Woche mit den Zimmer- und Spenglerarbeiten der Fall sein. Obzwar die Zugänge noch nicht markiert sind, finden sich doch schon täglich Besucher ein, welche die dort gebotene schöne Aussicht auf Baden und seine schöne Umgebung ganz besonders hervorheben. Hiezu hat nicht wenig Herr Hausbesitzer Wilhelm Bartosch in Pfaffstetten beigetragen, der in bereitwilligster Weise am Fusse der Warte eine Reihe von Bäumen fällte, um den Effekt der Aussicht zu vergrössern. Als Zugänge zur Warte werden nachfolgende Wege dienen: von Baden: Von Zöllner-Weg-Einöde-Großes Kienthal rechts abzweigend zur Warte (Markierung grün); von Pfaffstetten-Bahnhof durch das Weingebirge übder den Edweg zur Warte (Markierung rot); vom Anninger auf dem rot markierten Wege nach Baden, links vom "Böndl" abzweigend (Markierung grün).
